Wenn du länger in einer Stadt bist, verändert sich dein Blick auf das, was dir begegnet. Erst blickst du wie ein Tourist mit großen Augen und nimmst Oberflächen wahr, dann verschwimmt das Bild und bekommt nach einiger Zeit andere neue Konturen. Das hat mit den Begegnungen zu tun, die du machst; schöne, freundliche so wie irritierende und ablehnende. In Istanbul mit der Geschichte dieser Stadt, der aufgeladenen Symbolik und besonderen Bedeutung, der ihr gerade jetzt zukommt, reiben sich diese Begegnungen in mir  in einer anderen – größeren – Intensität als wie ich das bisher auf Reisen erlebt habe. Ich spreche mit muslimischen, christlichen, jüdischen und atheistischen Türken und genauso mit  Kurden verschiedenster Religionszugehörigkeiten. Ich empfinde die Situation hier zwischen den Menschen wie ein Arrangement, was durch die Anwesenheit von vielen anderen Nationen und Kulturen von aussen erst möglich wurde und einen normalen Alltag möglich macht.